Divers

Alle Anekdoten, die nicht in die anderen Seiten hier passen, werden wir hier unterbringen, darunter u.a. auch solche, die sich im (früheren) Berufsleben zugetragen hatten.


Eine Sonntagswanderung

Es ist manchmal ja komisch. In allen möglichen Gegenden kennt man sich vermeintlich schon gut aus, nur dann stellt man plötzlich durch Zufall fest, dass es in der eigenen Heimatregion, nur wenige Kilometer von Zuhause, noch Bereiche gibt, die einem bis dato völlig unbekannt waren. An einem Sonntag im Oktober entschlossen wir uns, mal hier bei uns in der Gegend im Bereich eines Nachbardorfes eine Waldwanderung zu machen. So fuhren wir mit dem Auto rund 7 km bis zu einem kleinen Parkplatz am Rande eines großen Waldgebiets, welches sich hinter besagtem Nachbardorf auftut. An dem Tag hatte es morgens noch bis etwa 11 Uhr dichten Nebel gegeben, der sich dann aber auflöste, sonst hätten wir die Wanderung erst gar nicht begonnen. Von dem

sogenannter Römerweg führt in den Wald

Parkplatz führt ein steiler Weg in einen kurzen Waldbereich, dann folgt ein ungewöhnlicher, mit uraltem Pflaster belegter steiler, breiter Weg, der von Bruchsteinmauern eingefasst ist und von den den Einheimischen als Römerweg bezeichnet wird. Es folgt eine breite Lichtung, die sofort den Eindruck erweckt, auf einem

Fußballplatz gelandet zu sein, weil das Format, die Größe und die absolut ebene Fläche mit recht unkrautfreiem Rasen genau so aussieht. Hinter dieser Rasenlichtung stießen wir auf einen halb zugewachsenen, aber asphaltierten Weg, der wohl vom anderen Ende des Ortes in einen Bereich des Waldes führt. So gingen wir diesem Weg weiter nach und stießen nach vielleicht 1,5 km Wanderstrecke auf ein altes, stillgelegtes Hotel mitten im Wald. Der große Gebäudekomplex, der aus mehreren Teil- Bauwerken bestand, wirkte zwar leicht renovierungsbedürftig, aber nicht so, dass man von Verfall oder übermässig langem Leerstand sprechen könnte. Ich würde schätzen, dass der Betrieb dort vielleicht vor ungefähr 3 bis 5 Jahren eingestellt wurde. Größere Schäden durch Vandalismus, die heute bei stillgelegten Objekten leider fast schon zum Standard gehören, gab es anscheindend nicht. Nun könnte es sein, dass vielleicht noch jemand in einem Teil des Anwesens wohnt, weil es wirkte

stillgelegtes Hotel

so, denn auf einem anderen Weg, der hinter dem Gebäudekomples weg führte, waren noch Fahrzeugspuren zu sehen, die auf eine doch eher häufige Befahrung hindeuteten. Die andere Haupteinfahrt war zwar an vielen Stellen mit Unkraut bewachsen, wirkte jedoch auch so, als würde sie zumindest gelegentlich noch befahren. Der Waldweg, den wir beschritten, zweigte rund 250 Meter hinter diesem Anwesen in einem scharfen Haken in nordöstliche Richtung ab. So wanderten wir bei frischer Herbstluft geschätzt über 30 Minuten, bis wir zwischen den Bäumen zunächst nur graue Schatten durchschimmern sahen. Wir verließen den Haupt - Waldweg dann über einen kleinen Weg in Richtung der Schatten und staunten Bauklötze, als wir plötzlich vor einer alten Burg oder einem Schloß, oder einem Zwischending zwischen beidem standen. Es war aber völlig unmöglich näher an dieses schon leicht märchenhaft wirkende, imposante Gebäude heran zu kommen, weil der Baumbewuchs so dicht war. Auch hohe Bäume reichten, soweit man

eine vom Wald zugewachsene Burg

es aus der Distanz beurteilen konnte, schon bis fest an die Mauern des Gebäudes. Natürlich kann man es aus rund 100 m Entfernung und mit dem dichten Bewuchs davor nicht wirklich beurteilen, aber nach unserer Meinung war auch dieses Gebäude schon länger unbewohnt. Das Dach, welches in einer Inszenierung von Walt Disney nicht märchenhafter hätte aussehen können, machte noch einen recht guten Eindruck. Die wenigen Fenster, die man sehen konnte, wirkten verlassen und etwas verkommen. Man muss davon ausgehen, dass dieses sehr pompöse Gemäuer irgendwo von der anderen Seite eine Zufahrt hat, die wir bei unserem Spaziergang aber nicht finden konnten. Es gab von unserer Seite her keine einzige Möglichkeit dort weiter zu kommen, sofern man keine Holzfäller - Werkzeuge dabei hatte. Tief beeindruckt

von unseren Neuentdeckungen machten wir uns auf den Rückweg zu unserem Auto. Im Herbst muss man die Zeit schon wieder etwas anders kalkulieren, wenn man nicht Gefahr laufen möchte, von der früh hereinbrechenden Dunkelheit überrascht zu werden. Irgendwie sind die Tageszeiten des Sommers noch in den Knochen und der Körper wehrt sich gegen die frühe Dunkelheit mit einer Art Ignoranz derselben. Am Montag danach hatte ich mir in Karlsruhe eine Wanderkarte von der Gegend besorgt, aber diese Schloßburg scheint darin nicht verzeichnet zu sein. Das oben genannte Hotel ist allerdings zumindest als Gebäude eingezeichnet, ohne genaue Nennung. Um einen falschen Eindruck zu vermeiden, diese Schloßburg und das Hotel liegen nicht etwa dicht beieinander. Durch die rund 30 minütige Wanderung, die dazwischen liegt, die auf dem gut ausgebauten Haupt - Waldweg auch zügig voran ging, kann man sicher davon ausgehen, dass mindestens 2 - 3 km zwischen beiden Gebäuden liegen. Da wohnen wir nun schon rund 10 Jahre in dieser Gegend, wussten von beiden interessanten Objekten bislang aber rein gar nichts. Das Fazit sollte lauten, dass man mehr die eigene Heimatumgebung erkunden müsste, anstatt immer nur in scheinbar spektakuläre Fremdregionen auszuschwirren..


Zusammengekracht

Vor einigen Wochen, es war eine Nacht von Sonntag auf Montag, wurden wir Nachts oder besser gesagt Montagmorgen gegen 1.45 Uhr abrupt durch ein enorm lautes Getöse aus dem Schlaf gerissen. Es klang, als wäre einer mit einem Bagger gegen das Haus gefahren oder so ähnlich. Ein sofortiger Kontrollgang bei Dunkelheit brachte, trotz sehr guter Beleuchtung, die wir auf unserem Grundstück installiert haben, keine Klärung des Vorfalls. An unseren Gebäuden, also am Haus und der sogenannten Werkstattgarage, waren keinerlei Schäden festzustellen, auch auf unserem gesamten Grundstück nicht. Die Mauer zur alten Fabrik hin stand auch noch unversehrt, was uns wohl sofort auffiel, war ein staubig - muffiger Geruch in der Luft. Da es keine weiteren

zusammengekrachter Anbau einer alten Fabrikhalle

Geräusche gab, legten wir uns wieder ins Bett. Als wir am Morgen bei Tageslicht das angrenzende Grundstück der alten Fabrik erkundeten, sahen wir sofort den Grund für das nächtliche Getöse. Ein maroder Anbau an einer der alten Fabrikhallen, der recht nahe zu unserem Haus lag, nur halt auf der anderen Seite der Trennmauer zur Fabrik hin, war über Nacht plötzlich in sich zusammengekracht. Das war so eine Art Lagerraum mit einer Laderampe für LKW an einer Seite (siehe Foto links). Dieses

Gebäude war vermutlich kurz nach dem zweiten Weltkrieg mal in einer Einfachbauweise seitlich an eine der größeren Hallen angebaut worden. Die Bausubstanz war wesentlich primitiver, als die noch wesentlich älteren Fabrikhallen es sind. Dann erledigten rund 30 Jahre lang während des Stillstands der Fabrik mittels eines undichten Daches den Rest. Die Nässe zerstörte im Laufe der Jahrzehnte das Mauerwerk und dann kolabierte es in dieser Nacht. Der Vorfall belegt eindeutig, wie vorsichtig man sich auf dem Areal bewegen muss. So viele Jahre nach Aufgabe der Fabrik, kann man sich nirgendwo ganz sicher sein, ob man gerade einen Bereich betritt, der nicht mehr so standfest ist. Der erste Augenschein trügt oft, weil die meisten Sachen noch sehr stabil aussehen, aber es genüngt ja, wenn zwischendurch mal ein kurzer Abschnitt kommt, in dem etwas so marode ist, dass es von selbst einkracht. Trotzdem wird uns dieser Vorfall nicht von künftigen Erkundungen abhalten, nur zu noch mehr Vorsicht ermahnen. .

Offensichtlich bahnen sich noch weitere Arbeiten oder Umbauten auf dem Gelände der alten Fabrik an. In einem Seitenteil des Fabrikinnenhofes, wo noch besser erhaltene, größere Hallen stehen, rückten diese Tage einige Baumaschinen an, die aber zunächst nur zwischengeparkt wurden. Wir hoffen, dass diese eigentlich doch recht schönen und gut erhaltenen Hallen nicht abgerissen werden. Sie wären gewiss noch für viele verschiedene neue Nutzungen brauchbar, wenn man sie innen dementsprechend umbaut. Ich finde es einfach schade, wie oft heutzutage bestehende, gute Bausubstanz einfach so platt gemacht wird, nur weil man glaubt, mit etwas moderneren dann auch etwas besseres zu haben. Ein Trugschluß, dem viele in unserer schnelllebigen

Weitere Arbeiten im Fabrikhof

Zeit nur zu bereitwillig erliegen. Doch was weg ist, ist weg und nicht selten stellt man später fest, dass das Alte wesentlich besser nutzbar und meist auch schöner gewesen wäre, hätte man es nur mit einem geringeren Aufwand umgebaut. Ich hasse diese gedankenlose Abreißwut, die sich in Deutschland immer mehr wie eine Seuche ausbreitet. Natürlich hat es das früher auch schon gegeben, aber so hirnlos wie man heute häufig an diese Sache heran geht, das ist schon sehr beängstigend. Manchmal gewinnt man den Eindruck, dass irgendwo in versteckten Büros ständig Planer von Abreißtrupps händereibend hinter ihrem Schreibtisch hocken und darüber brüten, welche Gebäude sie möglichst bald auch noch alle abreißen können. Man stelle sich vor, so ähnlich wäre man früher mit allen alten Burgen und Schlössern umgegangen, dann wäre der Aufschrei groß, es ist aber im Prinzip dasselbe.


Gegen den Welthunger

Es war zwar in der Vorweihnachtszeit, trotzdem scheint es sich bei folgendem nicht um eine der weihnachtsüblichen Bettelaktionen zu handeln. Wir waren mit dem Auto unterwegs zu unserem

Plakat gegen den Welthunger

geerbten Wiesengrundstück bei Pirmasens, als wir etwa 4 km vor dem Ziel ein recht ungewöhnliches, nagelneues Plakat an einem Strommast direkt neben der einsamen Landstraße entdeckten (siehe Foto links). Oben in großer Schrift “Gegen den Welthunger”, darunter in kleinerer Schrift “Eine Initiative von El Blesso. Machen Sie mit!”, wobei von dem Wort “Eine” ein Apfel herunter baumelt, dann ein Foto von einer jungen Dame, die offensichtlich in einen Slip beisst, zumindest wirkt das Teil auf mich so, als sei es ein zusammengerollter Damenslip. Weiter gibt es keine Erläuterungen. Kayla meinte, dass es sich möglicherweise um eine Art ausgefallene Werbung für Obst bzw. Äpfel handelt, eben wegen dem Apfel an dem Wort “Eine”, aber ich glaube das eher nicht. Andererseits sagt mir der Name El Blesso, der wohl der Initiator davon sein soll, auch nichts. Kurios bis lustig ist es allemal. Spendenaktionen, die sich dem Thema Hunger bzw. Hungersnöte widmen, verwenden nach meiner Erfahrung auch eher nicht diesen Begriff Welthunger, einmal ausgenommen die Organisation “Welthungerhilfe”, die früher hier oft

scherzhaft die “Welthummerhilfe” genannt wurde, mit dem Zusatz “Jeder sollte seinen Hummer haben”, aber das nur nebenbei. Bei der Organisation Welthungerhilfe wird ja auch nur dieser Gesamtbegriff Welthungerhilfe verwendet und nicht der Begriff Welthunger. Die hübsche Maus auf dem Foto macht ja auch nicht gerade den Eindruck, dass sie schon so ausgezehrt ist, dass sie ihre Textilien vernaschen muss. Vielleicht ist das Ganze auch nur eine Spaßaktion oder irgendwas nur für Eingeweihte, die dann wissen, was wirklich damit gemeint ist..


Firmengeflecht auf freiem Feld und der Sturm

Wieder zurück in die Nähe unseres Wohnortes. Schon oft berichtete ich auf verschiedenen Seiten hier über Umbauarbeiten in der alten, bislang brachliegenden Fabrik neben unserem Haus und neue Firmen, die sich dort ansiedeln wollen. Anstatt nun aber die vorhandenen, schönen alten Gebäude zu renovieren und zu nutzen, kommen in jüngster Zeit immer mehr Firmen auf die Idee, den Bauern benachbarte Felder abzukaufen und dort ihre Firmengebäude ganz neu zu errichten. Solange die Verwaltungsbehörden da mitspielen, und das tun sie bislang, ergibt sich daraus so eine Art Selbstläufer. Billiger Baugrund, relativ zentrale Lage, wenn auch genau betrachtet auf dem Land und zahlreiche Vergünstigungen von EU, Staat, Land und nicht zuletzt von den Kommunen, die solche Firmenansiedlungen ja immer gerne sehen, begünstigen dieses Treiben. Nun hat in einem Teilbereich vom südwestlichen Ende des alten Fabrikareals eine Gemeinschaft von Firmen, die im medizinischen Sektor tätig sind, Anfang des Jahres 2016 ein sehr großes Feldgrundstück von einem Bauern abgekauft und beginnt nun, ab Dezember 2016, mit dem Bau zahlreicher größerer Gebäude, in die dann die unterschiedlichsten Firmen aus diesem Geflecht von Firmen der Medizintechnik und artverwandten Bereichen einziehen werden. Die Bau- Genehmigungen sind durch und so geht es los. Mit einer kleinen Feierstunde wurde der Start der

Bauarbeiten am 12.12.2016 gewürdigt. Da ich rein zufällig mit dem Auto auf dem Weg nachhause vorbei kam, schoß ich schnell dieses Foto. Einige Vertreter des Firmenkonsortiums sowie von den beteiligten Baufirmen und ein höherer Kommunalbeamter hielten nichtssagende Reden. Nur den Worten von dem Hauptchef von diesem Firmengeflecht, das ist der dickere mit dem Bart, konnte man im Ansatz entnehmen, was das überhaupt alles geben soll. Gebaut wird nicht ein Gebäude, sondern dieser riesige Acker wird im Anfangsstadium mit vier großen Entwicklungs- und Produktionsstätten für technische

Baubeginn für Medizinfirmen

Medizingeräte bebaut. Die vier großen Gebäude sollen bereits im November 2017, also nur 11 Monate später, ihren Betrieb aufnehmen. Zugleich wird aber am westlichen Ende des Feldes noch weiter gebaut, dort soll u.a. so eine Art Spezialklinik für Transplantationsmedizin sowie davon unabhängig in etwas größerem Abstand, räumlich getrennt durch ein angepflanztes Wäldchen, ein Altenzentrum entstehen. Damit waren aber auch die einzigen Äußerungen mit informativem Inhalt durch. Ab da kam nur noch Blabla, was man auf jeder x-beliebigen anderen Veranstaltung auch hätte absondern können. An dem Tag herrschte zeitweise etwas Wind oder man könnte es in Stößen auch schon als Sturm bezeichnen. Wegen des langweiligen Gelabers, hatte ich die Kamera leider schon im Auto verstaut und wollte gerade abfahren, als eine heftige Windböe zuerst die Präsentationstafel erfasste und umwarf. Dadurch lösten sich etliche der Blätter, die dann über den angrenzenden Acker huschten. Der eine Herr direkt neben der Tafel bemühte sich, die unfreiwilligen Flugblätter auf dem Feld wieder einzusammeln. Da er mit solchen Böden bei diesem Wetter wohl nicht vertraut war, versank er schnell knöcheltief im Matsch des Ackers und stürzte der Länge nach auf selbigen. Dabei entglitt sein Toupet und wurde vom Wind ebenfalls über den Acker geweht. Ein allgemeines Gelächter entstand unter etlichen der anwesenden Gäste. Der betroffene Herr fand das selbst natürlich nicht so toll und bekam einen Wutanfall. Er tobte und stapfte mit komplett von Matsch umgebenen Schuhen schnaubend vom Acker zu seinem dicken 100.000 - Euro (oder noch teurer) - BMW und raste mit quietschenden Reifen davon. Danach löste sich die Gesellschaft auf und die ersten Bagger rückten an. Inzwischen besteht das Feld nur noch aus unzähligen Baugruben und Gräben für Versorgungsleitungen.


Zwei Damen machen mobil

Neuer mobiler Verkaufsstand der beiden Obst - Schwestern

Zwei Damen, genauer gesagt sind es Schwestern, haben hier bei uns in der alten Fabrik nebenan eine der kleineren, alten Hallen gekauft. Nach einer leichten Renovierung des Gebäudes innen und außen, wurde ein alter Kirmes - Verkaufswagen in die Halle rangiert. Diesen haben die beiden Frauen in hauptsächlicher Eigenleistung umgebaut zu einem mobilen Verkaufsstand für Obstprodukte. Dabei ist wichtig zu bemerken, dass sie nicht etwa einfach Obst verkaufen, das kriegt man bei denen gar nicht, sondern ausnahmslos Produkte, die aus Obst als Hauptbestandteil hergestellt werden. Mit diesem Stand tuckern sie dann im Schlepp eines alten Mercedes - Geländewagens mal auf Wochenmärkte, meist sogar auf Volksfeste, Kirmessen, Hocketse bzw. Schützen- und Pfarrfesten, wie manche das nennen. Nach vorwiegender Skepsis bei allen Leuten,

die davon hörten, gibt der Erfolg den Damen recht. Die meist erfrischenden Produkte haben sich zu einem wahren Renner entpuppt und auf solchen Veranstaltungen sozusagen eine Lücke gefüllt, die zuvor noch keiner gekannt und vermisst hat. Besonders im Sommer war der Stand ständig umlagert und die Produkte oftmals sogar ausverkauft. Bis zum nächsten Frühjahr wollen die beiden deshalb noch zwei weitere ähnliche Wagen so umbauen, um diese mit angestelltem Personal ebenfalls auf entsprechende Veranstaltungen zu schicken. Den Hauptbestandteil machen diverse Erfrischungsgetränke aus. Diese werden aus allen möglichen Obst- aber auch Gemüsesorten sowie Mischformen davon hergestellt. Dazu kommen noch Dinge wie Früchtepuddings, die es, ähnlich wie die Getränke, wahlweise gekühlt oder ungekühlt gibt, Früchtedesserts, Marmeladen, Liköre, diverse Fruchtweine, Früchte - Joghurts, Früchte - Quarkmixes, Früchte- und Gemüsecremes, Würzcremes und Würzpasten. Alles absolut frisch und soweit möglich erst kurz vor dem Verkauf produziert. Ich muss sagen, die Idee ist schon recht pfiffig. So eignen sich besonders diese Würzcremes auch sehr gut dazu, um sie am heimischen Herd zu Soßen für eigene Gerichte umzuarbeiten. Da gibt es dann sehr viele abwechslungsreiche Geschmacksnoten, die man bis dato noch gar nicht kannte. Der Schwerpunkt mit den Obst - Erfrischungsgetränken ist jedoch das Haupt - Zugpferd an dem Stand. Nun sind die Preise sehr unterschiedlich. Das hängt in erster Linie von den verwendeten Früchtesorten und deren Verarbeitungsaufwand ab. Da gibt es Säfte, die kosten pro halbem Liter vielleicht 2 Euro, andere schlagen bei der gleichen Menge mit beachtlichen 16 Euro eine tiefe Lücke ins Portemonnaie, dafür ist das dann etwas ganz extravagantes, was es so nirgendwo anders zu kaufen gibt. Wir haben einige Sachen ausprobiert und ich muss sagen, die anfängliche Skepsis auch unsererseits, war schlagartig wie weggeblasen. Das schmeckt einfach unvergleichlich, sowas kriegt man in keinem Supermarkt. In einem abgetrennten Teil der von ihnen gekauften Halle, werden viele der Produkte täglich ganz frisch selbst hergestellt. Dafür steht dort ein recht beachtlicher Park an speziellen Maschinen für die Verarbeitung und die Abfüllung bereit. Andere Produkte, die nicht selbst hergestellt werden, kommen täglich per Frischdienst - LKW aus halb Europa direkt in die Halle und werden dann umbestückt in den Verkaufswagen. Im Winter läuft, außer einigen Weihnachtsmärkten, nicht viel, dann wird wieder an den Verkaufswagen gewerkelt oder neue Rezepte erstellt und ausprobiert.


Ein Loch....

... ist nicht im Eimer, sondern plötzlich im Boden - und was für eins! Bereits vor etlichen Jahren berichtete ich an anderer Stelle darüber, dass sich in dem Wäldchen in südöstlicher Richtung, etwa 1 km von unserem Wohnhaus entfernt, schon mal einige Löcher im Waldboden oder angrenzenden Bereichen aufgetan hatten, wo mal der allzu neugierige Hund einer Frau rein gestürzt war, der dann nie mehr gefunden wurde. Das ist der Bereich, in dem ganz früher, noch weit vor unserer Zeit in dieser Gegend hier, in den 1960er Jahren, als ich noch in Stuttgart lebte und Kayla noch nicht mal geboren war, eine Art Kali- und Spatmine war. Von dieser existieren auch heute noch Stollen und Schächte, die man damals zwar größtenteils mit Betonplatten verschlossen hat, aber der Zahn der Zeit nagt an allem und so taten sich öfter schon mal Öffnungen im Boden auf, die in ungekannte Tiefen führten. Aber was da neulich passierte, hat

schon eine ganz andere Dimension. Nahezu von jetzt auf gleich hatte sich dort ein riesiges Loch, fast kreisrund, aufgetan, Durchmesser rund 4 Meter. Man blickt nur in endlose Tiefe. Wie ich von Fachleuten erfuhr, nennt man sowas Tagesbruch. Mit einem Großaufgebot kam zunächst die Feuerwehr, um erst mal grobe Sicherungsmaßnahmen durchzuführen, einen halben Tag später kamen dann Trupps vom Technischen Hilfswerk sowie Bergbau - Spezialisten, die sich den Höllenschlund genauer ansahen. Einige Schaulustige, auch wir, wurden von denen zunächst auf weiter Distanz gehalten, aus verständlichen Gründen, aber später sogar ganz weg geschickt. Es wurde genauer geprüft und an dieser Stelle ging es mal locker 80 Meter in die Tiefe. Es muss wohl ausgerechnet ein Bereich sein, wo früher mal ein Schacht

Plötzlich tut sich im Waldboden ein riesiges Tagesbruch - Loch auf

war, den man eigentlich komplett verfüllt und verdichtet glaubte. Vermutlich hat die Firma, die damals die Schachtverfüllung und Sicherung gemacht hat, hierbei Murks abgeliefert und nicht genug Verdichtungsmaterial eingefüllt sowie bei der Verdichtung als solcher Fehler gemacht. Allerdings hieß es, dass sowas bei solchen Schächten und Gruben nie ganz ausgeschlossen werden könne, weil die Stollen oft erst nach etlichen Jahrzehnten zusammenbrechen, worauf sich dann die Materialfügungen in den alten Schächten auch wieder ändern können. Der Bereich wurde zunächst auf die Schnelle weiträumig abgesperrt und über das Loch befestigte man mehrere miteinander verknüpfte Lagen von Bauzaunelementen, die seitlich noch mit Betonstützen in der Erde verankert wurden. Das ist nicht die endgültige Lösung, im nächsten Frühjahr will man dann sehen, ob weitere Teile in dem Bereich einstürzen und wie sich das alles verhält und dann einen stabilen Betondeckel darauf gießen. Das ist dann aber schon mehr eine überdimensionale Beton - Plombe oder ein riesiger Betonklotz, wenn man so will, der sich über etwa 15 m im Quadrat erstrecken wird, um stets genügend Überlappungs- und Stützfläche zu gewährleisten. Ein älterer Zeitzeuge von früher, ein Mann der im Nachbarort wohnt, kam auch als Zuschauer her und sagte, dass er sich noch gut an die damaligen Verfüllungsarbeiten erinnern könne. Das sei alles hurtig in Übereile gemacht worden, weil der eigentliche ehemalige Förderbetrieb schon pleite war und diese Firma da mit schmalem Budget auf Geheiß der Behörden das nur schnell sichern sollte. Nun kann man nach über 50 Jahren darüber auch nicht mehr wirklich in Beanstandungen verfallen, die Garantie ist abgelaufen und es hat ja immerhin rund 50 Jahre gehalten.


Rassismus im Schwimmbad ?

Im letzten Sommer wurde eine Nichtigkeit zu einem Beinahe - Skandal aufgebauscht, der über Monate örtliche Diskussionen anheizte. Was war geschehen ? In einem kleinen Freibad in einem Städtchen im Umkreis von rund 50 km von hier, dessen Namen ich absichtlich nicht nennen werde, um diese unseres Erachtens fehlgeleitete und sinnlose Diskussion nicht noch über deren Grenzen hinaus zu tragen, hatten Unbekannte rund 20 Meter vor dem Eingang zu dem Bad an

Schwimmbadskandal um angeblichen Rassismus

einem Baum ein recht professionell gestaltetes Plakat angetackert, auf dem zu lesen war: “Kein Zutritt für Neger !”, mehr nicht. Kein Verfasser, keine weiteren Angaben. Natürlich kann man diesen Satz als solchen als Rassismus werten, keine Frage, aber es

baute sich ein zumindest örtlicher Skandal darauf auf, der in überhaupt keiner Relation zu dem stand, was da wirklich passiert war. Das Plakat wurde sofort abgerissen und entsorgt, die Debatte darum ging aber weiter. Dann machten Behauptungen die Runde, dass angeblich ein Bademeister der Badeanstalt, dem man schon länger Fremdenfeindlichkeit unterstellte, das dort aufgehangen haben soll. Der unterdessen beschwor, nichts damit zu tun zu haben, das habe sich nach seiner Vermutung nur jemand einfallen lassen, um ihn endlich mit diesem getürkten Argument los zu werden. Immerhin ging es schon soweit, dass man den Bademeister fristlos entlassen wollte, was aber im letzten Moment unterbunden wurde, da es keinerlei echte Anhaltspunkte für seine Urheberschaft an diesem Plakat gab. Es wurden hohe Stellen eingeschaltet, die den Vorfall untersuchen sollten. Nun hatte derjenige, der das Plakat in seiner ersten Wut gleich abgerissen hatte, es auch zugleich in einem nahen Papierkorb des Schwimmbades entsorgt. Es wurde später auch nicht mehr gefunden, obwohl Fachleute den Müll durchkämmten. So fehlte das Hauptbeweisstück, auf dem vielleicht noch Spuren des Verursachers gewesen wären. Mehrere Zeugen hatten das Plakat zuvor auch schon gesehen und gaben an, dass sie es für einen so genannten “Dumme - Jungen - Streich” von Schülern einer nahen Berufsschule hielten, auch wenn es professionell wirkte. Sowas fachmännisch zu gestalten, ist heute, dank Computer, kein sehr großes Problem mehr. Was blieb, war eine immer wieder aufkochende Debatte, die jedesmal mit der Frage endete, wer das nun verfasst haben könnte und wie man künftig solche Anstachelung von Rassismus verhindern kann ? Erst nach einem halben Jahr, als im Winter das Bad schon längst geschlossen hatte, schlief diese übertriebene Nervosität nebst der Diskussion darum ein. Manchmal fragt man sich, was ist hier im Land eigentlich inzwischen los, wo ein simples Stück Papier, welches mit einem Satz bedruckt ist, der nicht ganz meinungskonform mit der vorgegebenen Wunschmeinung ist, die man heute vom Normalbürger erwartet, solch eine Lawine von Diskussionen und Aufwand hervorruft sowie beinahe noch einen langjährig Beschäftigten seinen Job kostet, nur damit man einen Schuldigen hat ? Würden richtige Kriminelle, die andere berauben, die Einbrüche verüben, Gewalt ausüben usw. nur mit halb soviel Energie verfolgt, dann würden vielleicht auch langsam mal die Zahlen solcher Delikte etwas zurück gehen. Damit wollen wir nicht behaupten, dass das Eine etwas mit dem Anderen zu tun hat, aber man sollte bedenken, dass dabei wirklich Leute geschädigt werden, was man von solch einem Wisch sicher nicht behaupten kann.


Das Wunder Denkmalschutz

Wenn man hört, und man hört es oft, dass ein Gebäude unter Denkmalschutz gestellt wird, dann hat man gleich bestimmte Vorstellungen davon, wie das Bauwerk wohl aussehen wird. Vielleicht ein burgähnliches Gemäuer, ein Gutshof, ein Altstadthaus, ein heimeliges Fachwerkgebäude oder eine hübsche Jugendstilvilla. Nun gab es jedoch heftig kontrovers diskutierte Meinungen über die Unterschutzstellung eines Gebäudes in einem Vorort von Karlsruhe, wo sicher keiner auf die Idee gekommen wäre, dass sowas denkmalwürdig sein könnte. Es handelt sich um einen nüchtern -

sachlichen Betonbau, der Ende der 1960er Jahre errichtet wurde. Die Besonderheit ist für die damalige Zeit zweifellos, dass im Erdgeschoss mehrere Autogaragen untergebracht sind, die eigentlichen Wohnungen, drei an der Zahl, befinden sich im ersten Stockwerk über den Garagen. Bei genauer Betrachtung erkennt man schnell, dass es in jedem Fall ein sehr ungewöhnliches Gebäude ist, besonders wenn man bedenkt, dass es sich eigentlich um ein stinknormales Wohnhaus handelt. Es beginnt auf der linken Gebäudeseite gleich mit dem Treppenhaus, von dem aus man nach rechts

Denkmalschutz: Haus mit integrierten Garagen (Teilansicht links)

in einen großen Gemeinschaftsraum gelangt, der so gedacht war, dass er von allen Mietern der Wohnungen im Obergeschoss bei Bedarf genutzt werden konnte, z.B. als Partyraum, für Versammlungen, Familienfeiern usw. Geradeaus kam man dann gleich auf eine großzügige, breite Treppe von der oben im ersten Stock eine Tür in einen länglichen Flur abzweigt, der sich über die gesamte Gebäudebreite hinzieht und von dem dann die Türen zu den einzelnen drei Wohnungen abzweigen. Zurück zum Treppenhaus, dort geht es auf einem kleinen Zwischenpodest noch mittels einer kleinen Schmaltreppe weiter zum Dachboden, der ein einziger, sehr großer Raum ist und der nur als Rumpelkammer oä. genutzt wurde. Dort gibt es auch kein Tageslicht, bei Stromausfall sieht man da gar nichts. Vom Treppenhaus zweigt auch noch eine Treppe in den Keller ab, der, analog zu der Aufteilung im ersten Stock, an einem Gesamtflur Abzweige zu insgesamt 5 großzügigen Kellerräumen aufweist. Davon sind 3 Kellerräume den jeweiligen Wohnungen zugeordnet, ein Raum ist Heizungsraum und ein weiterer so eine Art Gemeinschafts - Waschküche. Im Erdgeschoss gibt es dann, wieder zugehörig zu jeder Wohnung, drei normale PKW - Garagen, die in sich mittels Zwischenmauern abgeschlossen sind und nur über ein übliches Garagenschwingtor aus Eisenblech von außen betreten werden können. Es klingt simpel, wie das alles aufgebaut ist, aber sind wir mal ehrlich, hat man eine derartige Bauweise zuvor schon mal irgendwo gesehen? Also ich nicht. So kann man nachvollziehen, dass die Leute vom Denkmalschutzamt zu dem Entschluss kamen, dass es denkmalwürdig ist. Das wurde nicht zuletzt dadurch ausgelöst, dass das Gebäude, welches bislang im Eigentum der Stadt stand, nun zum Verkauf stand, nachdem man alle ehemaligen Mieter bereits vor längerem vor die Tür gesetzt hatte. Außen wurde vor einigen Jahren schon einiges gemacht, die Klinkerfassade im unteren Geschossteil wurde ausgebessert und oben baute man Wärmedämmschichten ein und brachte einen neuen weissrosafarbenen Außenputz auf. Innen ist allerdings noch viel Arbeit, vor allem weil die ganzen Installationen mürbe sind und konsequent erneuert werden müssten. Das Dach könnte auch im Laufe der Zeit zum Problemfall werden, da es noch komplett mit solchen asbesthaltigen Wellplatten eingedeckt ist. Die machen solange kein Problem, wie da keiner ran muss, aber wenn die mal ausgewechselt werden müssen, gilt das als gefährlicher Sondermüll, der sehr kostspielig entsorgt werden muss. Trotzdem ist es irgendwie ein wirklich interessantes Objekt und vor allem für Leute interessant, die viel Platz benötigen. Ich würde nämlich das Gebäude umnutzen als großes Einfamilienhaus, wo der erste Stock zu einer einzigen Riesenwohnung umgebaut würde, weil sich der Baustil dafür geradezu anbietet. Dann käme man auf rund 270 m² durchgehender Wohnfläche auf einer Ebene und im Erdgeschoss hätte man halt Platz genug für bis zu 3 Autos oder halt Bastelräume. Weniger schön finden wir unterdessen die Lage, die quasi mitten im Ortskern eines dorfartigen Vorortes liegt, wo man also rundum relativ dicht an Nachbarn grenzt. Das ist Geschmackssache, unser Ding ist das wegen der Lage gewiss nicht. Ein Grundstück gehört noch dazu, welches sich auf die Gebäudefläche plus rund 200 m² gepflastertem Vorfeld zur Straße hin und etwa weiteren 250 m² parallel hinter dem Haus beschränkt. Immerhin könnten Interessenten hier noch zuschlagen, denn es steht nach wie vor zu einem Kaufpreis von 390.000 Euro einschl. Grundstück zum Verkauf. Für den Preis bekommt man heute ansonsten in der Gegend kein Einfamilienhaus mehr, geschweige denn so ein Gebäude, wo man wirklich mit Platz im Innenbereich nicht zu geizen braucht.


Wir müssen draussen bleiben !

Dass man relativ groß erscheinende Verstimmungen in der diplomatischen Welt auch mit Humor betrachten kann, beweist eine kleine Bäckerei im Raum Karlsruhe. Man muss den Kreis von unerwünschten Ladenbesuchern ja nicht nur auf Hunde beschränken, sondern kann gleich nicht erwünschte Personen mit einbeziehen. Die Bäckerei machte dies, nachdem Anfang März 2017 der

Bäckereitür mit Erdogan - draussen - bleiben - Schild

türkische Ministerpräsident Erdogan etwas schräge Äusserungen über Deutschland vom Stapel gelassen hatte. Da man auf dessen Erscheinen an dieser Brötchentheke nicht scharf ist, brachte man an der Eingangstür das folgende lustige Schild an, wie man es sonst eher zum Fernhalten kläffender Elemente nutzt. Eine getroffene Karikatur, die recht professionell gemacht aussah. Möglicherweise haben die Hersteller von derartigen Warnschildern hier schon eine interessante Bereicherung ihres Angebots entdeckt und solche Sonderserien aufgelegt. Kayla meinte schon, die Idee findet sie ja sehr gut, denn solchen Zeitgenossen kann man eigentlich nur mit Humor begegnen, jedoch könnte es sein, dass einige türkische Kunden das nicht so gerne sehen und deswegen den Laden in Zukunft meiden, sofern sie selbst Anhänger von dem Erdogan sind. Ein Bekannter von uns, der das Schildchen auch gesehen hatte, befürchtete gar, dass einige Vollpfosten aus diesem Dunstkreis das so engstirnig sehen könnten, dass sie gar Angriffe auf das Personal oder die Bäckerei als Mittel sehen, um unerwünschte Kritiker zum Schweigen zu bringen. Das interlektuelle Humorverständnis solcher Leute endet bekanntlich gerne, bevor es angefangen

hat, mit anderen Worten, ist nicht vorhanden. Das Personal der Bäckerei steht jedenfalls 100 % hinter dieser Art von Humor. Eine Verkäuferin meinte sogar schon, dass man solche Schildchen am besten gleich an der deutschen Grenze anbringen würde.


Bio zu Bio

Die heutige Art der Müllentsorgung hierzulande sorgt häufig für Probleme, die andere Länder gar nicht kennen, und ebenso oft für gewaltigen Ärger bei Bürgern, die von manchen Blüten, die unsere Mülltrennung so treibt, drangsaliert werden. Im speziellen Fall, von dem ich hier berichte, geht es um die braune Biotonne, die es hier seit langem gibt. Hier bei uns in der Siedlung wird die braune Biotonne zwischen März und Anfang November wöchentlich abgeholt und von November bis Ende Februar nur noch alle drei Wochen. Die Betreiber der Müllentsorgungsbetriebe beklagen schon länger, dass besonders in dieser Biotonne sehr häufig Fehlwürfe landen, die dort nicht rein gehören.

Das verursacht dann einen extrem hohen Arbeitsaufwand, da nach der Entleerung des Müllwagens im Verwertungsbetrieb extra Personal aufwändig von Hand diese Fehlwürfe raus sortieren muss. Und solch ein Arbeitsaufwand kostet in der Menge viel Geld. So hat man seit einem Jahr die Müllwagen, die diese Biotonnen abholen, mit sogenannten Fremdstoff - Detektoren ausgerüstet. Erkennt der Detektor, dass sich in einer Biotonne ein Fehlwurf befindet, der dort nicht rein gehört, dann wird die Tonne wieder abgesetzt und ohne Entleerung dem “Müllkunden” wieder vor die Tür gesetzt. Genau davon war neulich hier in unserer Siedlung ein Mann betroffen, den wir etwas näher kennen. Er war sich jedoch nicht bewußt, dort etwas falsches eingeworfen zu haben. So war er gezwungen, in seinem Garten die gesamte Tonne auszukippen und nach dem möglichen Fehlwurf zu suchen. Das Einzige, was er dabei fand, war ein Kaugummi - Alupapier,

unsere Biotonne

also so ein kleines Stück Alufolie, in welches neue Kaugummis eingepackt sind. Er selbst ist noch nicht mal Kaugummikauer, vermutlich hat ein Passant das kleine Stückchen Alufolie beim Vorbeigehen in die Tonne geschmissen, als diese zur Abholung an der Straße stand, und damit diesen Vorfall ausgelöst. Dass man sich da so kleinlich zeigt, darüber war nun dieser Nachbar hier so entzürnt, dass er den ganzen Kram wieder in die Tonne gestopft hat, sie in seinen Geländewagen verfrachtete und dann an der Waldstraße weiter oben komplett im Straßengraben ausgekippt hat. So kommt es die Müllbetriebe oder die Kommune noch teurer zu stehen, weil die das ja auch irgendwann einsammeln müssen. Der Nachbar schimpfte erbost, dass er es nicht weiter einsehen würde, sich trotz explodierender Müllgebühren, die er schließlich bezahle, am Gängelband von bescheuerten Ökofreaks und Berufs-Weltverbessern herumdiktieren zu lassen. Wenn die so weitermachen, schimpfte er, dann würde er küntig sämtlichen anfallenden Müll absichtlich irgendwo in die Landschaft kippen, damit diese “Ökowichser” sehen, wohin sie mit ihrer Politik der 1000 Mülltonnen und der Mülltrennung das Land führen. Er meinte noch, da der so von ihm entsorgte Braune - Tonnen - Müll ja Biomüll gewesen sei, wäre dieser nur wieder in die biologische Umwelt entlassen worden, also quasi Bio zu Bio. Unterdessen hat der Mann bei seiner verständlichen Wut nicht ganz unrecht. Wir kennen ein Ehepaar aus Frankreich, was von hier aus ja nicht übermässig weit weg liegt, und die amüsieren sich immer über die deutsche Mülltrennung, die schon seit längerem in Frankreich ein ständiger Grund zur allgemeinen Erheiterung ist. Die sagen, sowas gäbe es bei denen gar nicht, obwohl am Ende die Bestandteile auch getrennt würden, aber eben automatisch von Anlagen, die in großen Betrieben den eingesammelten Müll sozusagen sieben und Wertstoffe selbsttätig aussortieren würden. So haben die nur eine große Tonne und im Vergleich sind die Müllgebühren noch um über 60 % niedriger, als bei uns. Das liegt auch irgendwo auf der Hand. Der Aufbau der automatischen Mülltrennungsanlagen kostet zwar erst mal einen Haufen Geld, aber das ist mehr oder weniger ein einmaliger Betrag. Bei dem deutschen System fahren ja, je nach örtlichem System, 3 bis 6 verschiedene Müllfahrzeuge mit ihren einzelnen Touren wöchentlich durch die Orte und das mit jeweils eigener Besetzung an Personal. Da kommen pro Jahr zig Millionen Kilometer mehr zusammen, um den ganzen getrennten Müll auch getrennt einzusammeln. Das verursacht, neben der zusätzlichen Luftverschmutzung durch wesentlich mehr LKW - Fahrten der Müllwagen, auch einen unvergleichlich höheren Aufwand an Kosten für Personal, LKW und deren Betriebskosten. Aber das ist wieder so ein typischer Effekt der deutschen Bürokratie. Man denkt nicht von 12 bis Mittag, sondern nur soweit, wie man möchte und wie es in das eigene ökologische Wunschbild passt, weil sich das nach außen hin ja als das schöne Bild vom vorbildlichen Saubermann verkauft. Natürlich steckt auch eine riesige, finanzkräftige Lobby dahinter, die der privaten Entsorgungsbetriebe, die sich mit diesen Systemen selbst die Aufträge auf Kosten der Büger sichern, das ist fast wie eine Lizenz zum Geld drucken. Wie dem auch sei, Leute, wie dieser Überüber - Nachbar werden wohl nicht mehr zum Freund dieses Systems und der Schuß geht nach hinten los, da der künftig alleine aus Trotz die Landschaft mehr zumüllen wird. Dabei haben die Kommunen schon mehr als genug mit solchen “Untaten” zu tun, die zum Teil sogar auf der Geschäftstüchtigkeit von schwarzen Entsorgungsbetrieben basieren, die ihren Kunden hohe Rechnungen für die angeblich fachgerechte Entsorgung von Problemmüll ausstellen und dann selbst den Mist mit wahren LKW - Ladungen in der Landschaft abkippen. So hatten wir hier im letzten Jahr sehr häufig Fälle von der wilden Entsorgung tausender Altreifen, die irgendwelche Ferkel einfach am Waldrand oder sogar auf Feldwegen abgekippt hatten. Aber das ist ein anderes Thema.


Halloween oder ein feuchtfröhliches Fest

Hier geht es um eine Anekdote, deren Ursprung schon über 12 Jahre zurück liegt. Sie steht in direktem Zusammenhang mit diesem geistigen Dünnschiss und an Schwachsinn kaum zu übertreffendem Halloween - Fest, welches auch hierzulande leider immer mehr um sich greift. Vor etwas über 12 Jahren begann dieser Pseudo - Brauch z.B. auch in Stuttgart, wo ich damals noch lebte, verstärkt Fuß zu fassen. Davon besonders betroffen war mein sogenannter Auto - Bekannter, der heute am Stadtrand von Stuttgart ein relativ großes Autohaus betreibt, damals aber noch mitten in Stuttgart mit einer kleinen Hinterhof - Werkstatt angefangen hatte. Es ist klar, von diesem Halloween - Schwachsinn sind besonders pubertierende Rotzbübchen begeistert, da sie darin einen willkommenen Anlaß sehen, mit entsprechender Verkleidung unerkannt Krawall machen zu können und sogar Sachbeschädigungen auszuführen. Der besagte Autobekannte wurde an einem dieser von Blödheit geprägten Halloweenfeste in seiner Werkstatt von eben einem solchen Trupp von Rotzlümmeln heimgesucht, die verlangten neben dem obligatorischen Süß- und Sauerkram vor allem Geld. Nachdem der Werkstattbetreiber sie ermahnt hatte, sofort sein Gelände zu verlassen, da es eine halloweenfreie Zone sei, wurden die Bübchen frech und begannen damit, Schäden an auf dem Hof geparkten Kundenautos anzurichten, indem sie Spiegel abschlugen. Kurzerhand holte der Autobekannte den Wasserschlauch aus der Werkstatt und verpasste den primitiven Rüpeln eine ordentliche kalte Dusche, so dass sie triefend nass schnell das Weite suchten. Da es an dem Tag sehr kalt war, dürften die sich so eine ordentliche Erkältung geholt haben und für die war der Halloween - Schwachsinn damit für dieses Jahr wohl gelaufen. Seit diesem Vorfall hat der Autobekannte, auch heute noch in seiner neuen Werkstatt, an dem Tag immer einen langen Wasserschlauch in Griffweite, um überhitzte Spatzenhirne von eventuell auftauchenden halloweensüchtigen Rotzbübchen bei Bedarf schnell wieder abzukühlen. Allerdings scheint es das Problem bislang in dieser Gegend erst gar nicht zu geben.

Dass sich dieser Irrsinn mit Halloween hierzulande immer mehr verbreitet, scheint uns ein weiteres Indiz für die schon an mehreren Stellen vielfach beschriebene, zunehmende kollektive Verblödung der Menschheit zu sein. Wären beispielsweise in den 1960er oder 1970er Jahren Leute auf die Idee gekommen, so ein schwachsinniges Gehabe um einen Geisterkult zu machen, dann hätte man die einkassiert und in eine Irrenanstalt eingewiesen. Was damals, völlig zurecht, als Wahnsinn oder Schwachsinn galt, ist heute mittlerweile für viele Leute schon Normalzustand. Selbst an manchen Schulen wird Kindern teils dieser hirnrissige Kram vermittelt, was einmal mehr aufzeigt, wie sehr diese Gesellschaft schon gesunken ist.


Feuerwehr - Unfall

Ja auch das gibt es. Zu einem kuriosen Unfall kam es Anfang Oktober auf einer breiten Landstraße bei Malsch. Bei starkem Regen waren dort zwei Feuerwehrfahrzeuge zusammengestossen. Beide gehörten zur gleichen freiwilligen Feuerwehr aus dieser Gegend und sie waren eigentlich unterwegs zu einer Übung. Dabei fuhren sie auf dieser Straße zu mehreren Feuerwehr - Fahrzeugen in einer

Eigen - Unfall der Feuerwehr

Kolonne hintereinander. Als das vordere, große Feuerwehrfahrzeug wegen eines Pannenautos, welches seitlich auf der Straße stand, abbremsen musste, krachte ein älterer Ford - Transit - Mannschafts - Kleinbus der gleichen Feuerwehr hinten in das große Feuerwehrauto  hinein. Da die Fahrbahn vom Regen patschnass war und weil die Reifen auf dem Transit uralt waren, kam es Vermutungen nach zu dem Unfall. Die hatten Glück im Unglück, verletzt wurde niemand, obwohl der Transit voll besetzt war. Dem Feuerwehr - LKW hat der

Zusammenstoß nicht arg geschadet, während es für den betagten Ford - Transit - Bus, der von 1976 stammen soll, wohl das Aus bedeutet und er irreparabel kaputt ist, da beim Unfall sein Motor zerstört wurde.


Parkzwang

Noch eine kleine Kuriosität aus deutschen Amtsstuben am Rande. In einem schon etwas größeren Nachbardorf lebt die Tochter von einem Bekannten mit ihrem Lebensgefährten. Die hatten sich vor ein paar Jahren dort ein älteres Reihenhaus günstig kaufen können, es modernisiert und hübsch

hergerichtet. Das Haus liegt vorne an einer relativ stark befahrenen Straße, auf der Rückseite gibt es einen kleinen, schmalen Garten, dessen Rückseite wiederum an eine kleine, kaum befahrene Nebenstraße grenzt. So kamen die beiden auf die Idee, an der Rückseite, also am Ende des Gartens mit Zufahrt zu der Nebenstraße, eine Fläche ihres Gartens zu pflastern, um dort ihre beiden Autos künftig abzustellen. Das wurde so gemacht und klappte alles problemlos. Da dort An- und Abfahrt über diese Nebenstraße wesentlich angenehmer ist, beschlossen sie, die bisherige Parkbucht vorne vor dem Haus, die auch auf ihrem Grundstück ist, zu entfernen und dort einen weissen Lattenzaun aus Holz zu bauen (siehe Foto), um das Grundstück ein wenig besser vor ungebetenen Besuchern

Haus mit Zwang zum Parkplatz

zu schützen. Es ist aber mehr ein Zierzaun, könnte man sagen. Normalerweise würde man sagen, dass man für sowas keine Genehmigung braucht, aber knapp 4 Wochen nach dem Aufbau dieses Zauns flatterte denen ein Bußgeldbescheid der Ortsverwaltung in Höhe von 150 Euro ins Haus sowie eine Aufforderung den früheren Zustand mit einer Parkbucht vor dem Haus unverzüglich wieder herzustellen. Die Begründung ist einerseits die fehlende Genehmigung zur Entfernung der alten Parkbucht und andererseits die Ortssatzung die besagt, dass an Hauptdurchgangsstraßen jedes Haus mindestens eine Parkbucht vor dem Haus oder in der seitlichen Einfahrt für aufweisen muss. Damit soll die heute immer mehr um sich greifende Unsitte verhindert werden, dass die Leute ihre Autos auf der Straße parken. Die Straßen wurden schließlich über teure Erschließungsbeiträge der Anwohner und über Steuergroschen zum Fahren gebaut, und nicht, damit die Leute sie als kostenlose Parkplätze nutzen und zugleich noch den Verkehrsfluß behindern. Diese letzte Begründung finden wir ja eigentlich sogar sehr gut und weitsichtig, was jedoch in dem Fall recht ungewöhnlich ist, da die Leute ja nachweisen können, dass ihre Autos nicht auf der Straße geparkt werden, sondern jetzt nur am anderen Ende ihres eigenen Grundstücks. Trotzdem besteht die Verwaltung darauf, dass vorne die Parkbucht auch wieder so hergerichtet wird, wie sie früher mal war und dass der Zaun weg kommt. Ich finde, das ist in dem Fall dann schon pure Paragraphenreiterei.


Wenn Behörden auf die Bremse treten

Große Verärgerung herrscht in der Nähe eines kleinen Dorfes, welches rund 16 km südwestlich von unserem Heimatort liegt. Der kleine 230 - Einwohner - Ort war immer nur sehr umständlich zu erreichen, weil man dazu zuerst einen weiten Umweg in Richtung Osten über ein anderes Dorf machen muss, von wo aus dann eine kleine Landstraße bis zu dem Ort führt. Soweit noch nichts Besonderes, werden manche sagen, aber das Blöde daran ist, dass der Ort nur 1,5 km von einem Überland - Kreisverkehr entfernt liegt, von wo aus 2 Abfahrten zu anderen Landstraßen abzweigen, es gab aber keinen Abzweig zu dem betroffenen Ort. Mit einem solchen Abzweig hätte sich die Anfahrtsstrecke von nahezu allen übergeordneten Gemeinden und Städten um satte 6 km verkürzt. Umgekehrt hätte sich natürlich auch für die Bewohner der Weg zur Arbeit, zum Einkaufen usw. und retour jeden Tag um 6, also gesamt 12 km verkürzt. So wurden einige Eingaben an die zuständigen Behörden gemacht, dass man mit dem Bau eines zusätzlichen Abzweigs von dem Kreisverkehr, der ja ohnehin schon fast vor der eigenen Haustüre lag, für die Bürger viele Umwege einsparen könne. Die Eingaben wurden lange Zeit überhört und es erfolgte keine Reaktion. Erst als vor zwei Jahren ein Landespolitiker sein Wochenenddomizil in die abgeschiedene Lage dieses Ortes verlegte, kam fast schlagartig Bewegung in die Sache. Binnen weniger Wochen entstand ein neuer Abzweig von dem

gesperrter Abzweig vom Kreisverkehr zu dem Ort

Kreisverkehr und die knapp 1,5 km Strecke von dort bis zu dem Ort waren in weniger als 2 Monaten fertig. Nur die Randstreifen waren noch nicht korrekt abgezeichnet. So gab es schon mal Vorfreude, dass die Strecke in Kürze nutzbar würde. Dann zog der Politiker so schnell wieder von dort weg, wie er gekommen war, weil er im nicht weit entfernten Schwarzwald ein schöneres

Wochenenddomizil gefunden hatte. Exakt ab diesem Zeitpunkt tat sich an der Straße nichts mehr, obwohl nur noch sehr geringfügige Restarbeiten nötig waren. So schlummert die neue, tote Strecke seit über anderthalb Jahren sinnlos vor sich her. Bei Anfragen schiebt eine Behörde der anderen den schwarzen Peter zu. Die Straßenbaubehörde und die Kreisverwaltung sagen, dass sie die Strecke nicht frei geben dürfen, weil eben diese geringen Restarbeiten noch nicht erledigt sind, das aber für eine abschließende Inbetriebnahmegenehmigung zwingend erforderlich wäre. Die eigentliche Bauabteilung sagt, sie könne die Restarbeiten nicht durchführen lassen, weil ihr dazu sowohl die nötigen Finanzmittel nicht freigegeben wurden und weil sie dafür von der Straßenbaubehörde keinen Auftrag hätte. Am Rand wuchern inzwischen an der neuen Straße schon hohe Unkrautbüsche und es könnte sein, dass die Straße schon saniert werden muss, bevor sie überhaupt jemals in Betrieb gegangen ist. Jedenfalls kocht die Volksseele in dem Ort hoch und man darf gespannt sein, ob und wann es dort weitergeht.

Fortsetzung folgt...

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